Gegenstand des Seminars
Was ist der öffentliche Raum? Wer beansprucht den Bereich des Öffentlichen? In welches Verhältnis setze ich meine persönliche Arbeit zu öffentlichen Fragestellungen und Interessen? Künstlerische Arbeiten in öffentliche Räumen haben seit den achtziger Jahren eine Vielzahl von Konflikten hervorgerufen. Anhand ausgewählter Beispiele wollen wir uns einen theoretischen Zugang zum Thema erarbeiten. Im zweiten Teil des Seminars werden wir uns mit der spezifischen Situation Erfurts befassen und schließlich eine eigene Beobachtung, Inszenierung oder Intervention in Berücksichtigung der spezifischen Gegebenheiten eines Ortes in der Stadt erarbeiten. Ein Einblick in künstlerische Produktionsstrategien und Techniken der Umsetzung begleitet die praktische Arbeit der Seminarteilnehmer.

Literatur
Richard Sennett: Verfall und Ende des öffentlichen Lebens. Die Tyrannei der Intimität.
Volker Plagemann (Hrsg.): Kunst im öffentlichen Raum. Anstöße der 80er Jahre.
Manfred Schneckenburger: Aushäusig. Kunst für öffentliche Räume.
Walter Grasskamp: Unerwünschte Monumente.
Wolfgang Zinggl (Hrsg.): Wochenklausur: Gesellschaftspolitischer Aktivismus in der Kunst.
M.Babias/ A.Könneke (Hrsg.): Die Kunst des Öffentlichen.
Stella Rollig/ Eva Sturm: Dürfen die das? Kunst als sozialer Raum.
Florian Matzner: Public Art.

Beispiele für öffentliche Kunst
Christoph Schlingensief, Wochenklausur, RTmark, Thomas Hirschhorn (Interview 1,2), Büro Berlin, Kooperative Kunstpraxis, ParkFiction, Jochen Gerz (Hamburger Mahnmal gegen den Faschismus)

Methode
Ziel meiner Arbeit im Seminar ist es, die Studenten bei der Entwicklung eigenmotivierter Arbeiten zu unterstützen. Ein tieferes Verständnis des Öffentlichkeitsbegriffes kann ein wichtiges Instrument sein, um die eigene Arbeit einzuordnen und zu überprüfen. Die Seminarteilnehmer werden dazu ermuntert, unkonventionelle Methoden der Auseinandersetzung und der Darstellung ihrer Arbeit auszuprobieren. Das Seminar bietet ein Forum, in dem die eigenen Ansätze im Gespräch mit anderen überprüft werden.
sh. auch: Text "a priori" (Jens Herrmann, Wolfram Höhne, Andreas Paeslack) über das Problem von gemeinsamen und isolierten Betrachtungen.

Informatives
Wie erkläre ich komplizierte Inhalte?
Harald Lesch zu astronomischen Themen in seiner Sendung "Alpha Centauri"

Arbeiten aus dem Seminar des vergangenen Semesters

Vorschlag für die Website zum Seminar