| Dreistellige informationstheoretische Modelle | |
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| Ich sehe einen ersten grundsätzlichen
Unterschied zwischen dem traditionellen und dem informationstheoretischen
Ansatz in der Erweiterung der Relationen, also in einer anderen Antwort
auf die Frage: Wie viele Beziehungen sollen im Grundmodell der Erkenntnis
berücksichtigt werden? Es geht hier um die Festlegung der Untersuchungszelle
der Kommunikations- und Informationswissenschaften in der epistemologischen
Dimension. Schon die frühen systemischen und kybernetischen Informationstheorien gehen von zwei Relationen und entsprechend von drei Basiselementen aus. Im Minimalfall der System Analysis' werden als Größe
ein Input, das informationsverarbeitende System und ein Output unterschieden.
Das System wird als Blackbox behandelt. Man kann es auch, etwa im Sinne
von Heinz von Foerster, als triviale Maschine' bezeichnen.[1]
Jedenfalls ist eine Analyse des Inputs ohne eine Analyse
des Outputs sinnlos. Informationsverarbeitung erscheint - nicht als Wahrnehmung
sondern - als lineare Transformation von Informationen eines Mediums durch
einen Prozessor/ein Informationssystem in ein anderes Medium. Und um solche
Umformung (Veränderung) feststellen zu können, müssen zwei
Medien miteinander verglichen werden. Der Prozessor oder das Informationssystem
erscheint mindestens als Zurechenpunkt für die Veränderung.
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| Prozessoren verändern Informationen. Speicher/ Medien halten Informationen konstant. Jedes empirische Phänomen kann - je nachdem in welcher Funktion es betrachtet wird bzw. sich selbst definiert - sowohl als Medium als auch als Prozessor modelliert werden. Prozessoren' und Speicher' dürfen also nicht als ontologische Typen aufgefaßt werden. Es sind funktionelle Kategorien und entsprechend verändert sich auch die Klassifikation der Phänomene bei einem Funktionswechsel - bzw. bei einer Veränderung der Funktionszuschreibung des Betrachters. Wie wir im Abschnitt über die komplexen informationsverarbeitenden Systeme noch sehen werden, können Prozessoren und Medien selbst wiederum als Systeme/Vernetzungen von Prozessoren und Medien (mikroanalytisch) betrachtet werden. Für die Beziehung zwischen diesen Basiselementen gilt die Regel: |
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| Alle Abweichungen von dieser
Funktion sind auf äußere Störungen - noise' in der
Sprache der mathematischen Kommunikationslehre - zurückzuführen.
Andere Modellierungen solcher einfacher (trivialer') Relationierungen
wären das Reiz-Organismus-Reaktions'-Konzept oder das Ursache-Naturgesetz-Wirkungs'-Konzept. Allgemein läßt sich die dynamische Dimension in folgender Weise als Relation darstellen: |
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Der relevante Informationsfluß wird durch Pfeile
abgebildet.
Wenn dieser Transformations- und Relationierungsprozeß analytisch aufgegliedert wird, darf die basale Untersuchungszelle dabei nicht aus den Augen verloren werden. Sie bleibt multirelational und besteht aus mehr als zwei Elementen. Dies bedeutet für die dynamische Dimension, das die Informationsverarbeitung nicht ein einfacher sondern mindestens ein zweifacher Relationierungsprozeß ist. Oder anders ausgedrückt: Informationsverarbeitung ist mindestens ein Oberbegriff für Prozesse der Rezeption und der Darstellung. Keinesfalls läßt sich Informationsverarbeitung auf einen bloßen Wahrnehmungsprozeß reduzieren. Bezogen auf die menschliche Informationsverarbeitung steckt
hinter dieser Axiomatik unter anderem die Überzeugung, daß
die Wahrnehmungsleistungen schon auf die Speicherformen und auf die Darstellungsaufgaben
abgestimmt sind. Unsere Möglichkeiten, Informationen mitzuteilen,
hängen von der Art unserer Wahrnehmung ab. Ohne die Berücksichtigung
derselben lassen sich auch die Darstellungsmöglichkeiten nicht beschreiben.
Neben dem eben skizzierten systemischen Ansatz hat es in
den letzen 50 Jahren auch aus anderen Richtungen Bestrebungen gegeben,
den Informationsbegriff zu einer dreistelligen Relation auszuweiten. |
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[1]
Ders.: Principles of Self-Organization. In: H. Ulrich/G. J. B. Probst
(eds.): Self-Organization and Management of Social Systems. Heidelberg
(Springer) 1984 |