| Traditionelle Subjekt-Objekt Theorien | |
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| Die klassische Erkenntnistheorie, wie sie von
Philosophen seit nun bald 3000 Jahren schriftlich fixiert wird, nimmt als
Grundkonstellation die Gegenüberstellung von Subjekt (S) und Objekt
(O) an. Information erscheint entweder als - von einem Subjekt wahrgenommene Eigenschaft eines Objekts (Referenz) [1] |
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| - oder als ein von einem Subjekt in einem Objekt dargestellte Eigenschaft (Repräsentation) | ||
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In jedem Fall haben wir es im traditionellen epistemologischen
Paradigma nicht mehr mit einer einstelligen Funktion wie bei den ontologischen
Konzepten (I=f (M)) sondern mit zweistelligen Funktionen zu tun.
Informationsverarbeitung erscheint entsprechend als die einfachste Form einer Beziehungsherstellung, als Relationierung von zwei Elementen. Diese Beziehung wird als |
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- linear und
- asymmetrisch |
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charakterisiert.
Nur das eine, Subjekt genannte, Element kann die Beziehung stiften, wahrnehmen oder darstellen. Der andere Pol bleibt passiv. Aktives Subjekt und passives Objekt haben als Pole der Relation unterschiedliche, eben asymmetrische Eigenschaften. Oder anders: Nur durch die Ungleichbehandlung der Pole kann eine Simplexbeziehung hergestellt werden (Linearität) Komplexere Erkenntnisprozesse werden durch eine einfache Addition von Wahrnehmungen möglich. Die menschliche Erkenntnis läßt sich beispielsweise als folgende Verkettung vorstellen: Die Augen nehmen Umweltobjekte wahr, der Verstand nimmt die von den Augen gewonnenen Informationen wahr, die Imaginationskraft verarbeitet die kognitiven Informationen usf. Je nachdem welche Typisierungen von Subjekt und Objekt sowie von den Beziehungen zwischen diesen beiden Polen zugelassen werden, haben sich unterschiedliche Versionen der traditionellen Erkenntnistheorie herausgebildet. Trotz verschiedener Mängel hat sich das Subjekt-Objekt-Modell
sehr lange behauptet. Ein grundsätzlich anderes Herangehen findet
sich aber in der informationstheoretischen Epistemologie, die seit etwa
1930 von Wissenschaftlern wie Norbert Wiener, Walter Cannon, L. von
Bertalanffy, W. R. Ashby, Gregory Bateson u.a. entwickelt wurde. |
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| [1] Über die Frage, in welche Richtung die Pfeilspitze zu zeigen hat, gibt es lange Diskussionen. Gehen bspw. Sehstrahlen' vom Auge aus oder werden sie von den Objekten ausgesendet? Vgl. Giesecke: Der Buchdruck in der frühen Neuzeit. Ffm 19982, S. 605ff und David Lindberg: Theories of Vision from Alkindi to Kepler. Chicago (Uni press) 1976. |