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Die Papierherstellung in Europa hat von Beginn an auf Leinen (Lumpen)
als Rohstoff aufgebaut. Die rentable Verarbeitung dieses Rohstoffs setzte
Maschinen, meist mit Wasserkraft getriebene Stampfen (Papiermühlen)
voraus. Als 'einfaches', nur mit Werkzeugen (Klopfer, Sieb)
zu betreibendes Handwerk hat die Papierherstellung also in Europa keine
Tradition. Wie der Buchdruck verlangt die Papierherstellung erhebliches
Kapital und – mindestens – eine manufakturmäßige
Arbeitsorganisation. Von Beginn an war das Produktionsziel eine gleichbleibende
Qualität des Produkts – und seine Differenzierung für
bestimmte Klassen von Weiterverwendung: Druckpapier, Papier für Kupferstiche,
Verpackungsmaterial, Hygienepapier.
Wie beim Buchdruck dauerte es auch bei der Papierherstellung, nachdem
die Mühlen Ende des 14. Jahrhunderts in Zentraleuropa funktionierten,
lange Zeit, bis grundsätzliche Verbesserungen vorgenommen werden
konnte. Eine wichtige Innovation auf mechanischem Gebiet war die Ersetzung
des Stampfprinzips durch das Walzprinzip mit der Einführung der sogenannten
'Holländer' um 1700. Statt durch Druck/Stampfen wurden
die Hadern nun zwischen Walzen (oder zuerst zwischen Walze und Bodenfläche)
zerkleinert und in Fasern zerlegt. Die Parallele zum Übergang von
der mechanischen Presse zur Rotationspresse im Druckbetrieb liegt auf
der Hand.
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