Michael Giesecke
Formen von Bedeutungsübertragung bei Handlungserklärungen in
einer Instruktionssituation im Kindergarten
- Beispiel: Kresse säen -


Vortrag (unveröffentlicht) auf dem internationalen Kolloquium 'Neue Konzepte zur
Entwicklung der Sprechhandlungsfähigkeit des Kindes' an der TU Hannover
(07.- 10.03.1978)

Inhalt
Vorwort 1998
1. Vorbemerkung zum Untersuchungsinteresse
2. Untersuchungsmodell
3. Exkurs zur Konzeption Bruners
4. Präzisierung des Modells der Bedeutungsübertragung und Hypothesen
5. Auswertung des empirischen Materials
- Problemsituation
- Rezepthandlung
- Bedeutungsübertragung
- Maßregelung von Handlungen und Handlungsdeixis
6. Schlußbemerkung
7. Transkriptionen
- A
8. Anmerkungen
9. Bibliographie
Vorwort 1998

Institutionen sind durch eine Asymmetrie zwischen Experte und Laie gekennzeichnet.
Entsprechend können sie aus der Sicht des Experten - als Wissensvermittlung - aus der Sicht
des Laien - als Lernen - beschrieben werden.
Alle Beschreibungen (und Didaktiken), die nicht beide Perspektiven und deren (paradoxes)
Verhältnis berücksichtigen sind unvollständig. Es reicht auch nicht, den Standpunkt eines
außenstehenden (neutralen) Dritten einzunehmen. Natürlich ist dies sinnvoll, um Distanz zu
gewinnen, Reflexion zu ermöglichen usf. Aber wenn man das Interesse hat, den Beteiligten,
also Lehrern und Schülern Programme an die Hand zu geben, an denen sie sich im Unterricht
orientieren können, dann nutzen solche Beschreibungen wenig: Keiner der Beteiligten kann
mehr als temporär diesen Standpunkt einnehmen. Es gibt nur Lehrer und Schüler, ebenso wie
es nur Männer und Frauen und nicht 'neutrale Menschen' gibt. Deshalb sind Beschreibungen
von den Standpunkten beider Rollen anzufertigen.