Phasen im Ablauf einer Balintgruppensitzung
Erschienen in: M. Giesecke/ K. Rappe- Giesecke (Hg.): Kommunikation in Balintgruppen -
Ergebnisse interdisziplinärer Forschung. Stuttgart/ New York (G. Fischer) 1983
Abstract:
Bei der Analyse von Gruppen verschiedener Leiter mit einem ähnlichen Setting fällt auf, daß
es innerhalb einer Gruppensitzung immer wiederkehrende typische Themen, Aufgaben und
Beziehungskonstellationen gibt, die zudem immer in einer bestimmten Abfolge auftauchen.
Mithilfe kommunikationssoziologischer Kategorien lassen sich diese Beobachtungen in einem
Modell der Normalform von Balintgruppensitzungen systematisieren. In diesem Modell
werden die Gruppen als organisierte soziale Systeme und die Gruppenmitglieder als
Rollenträger, nicht als Subjekte betrachtet. Diese Auffassung des Gruppengeschehens kann
dem Leiter die Möglichkeit eröffnen, neben seiner gewohnten Perspektive auf die
Individualität der Teilnehmer, die Aufmerksamkeit auch auf kollektive Phänomene zu richten.
Weiterhin kann das Modell dem Praktiker in der Gruppensitzung eine Orientierung dar¸ber
geben, in welcher Phase des Ablaufs sich die Gruppe befindet, welche Aufgaben und Themen
zur Behandlung anstehen und welche Beziehungen zu konstellieren sind.
Inhalt
1. Balintgruppen als organisierte Systeme
2. Phasen und Themen in einer Balintgruppensitzung
3. Rollen- und Interaktionsbeziehung
4. Arbeitsaufgaben und Aktivitäten
5. Normalform und Normalformerwartung
Michael Giesecke