L:\Gruppe Giesecke
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Literatur als Produkt und Medium Ökologischer Kommunikation*
Michael Giesecke
Die Informationstheorie als Antwort auf die Anforderungen unserer Zeit an die
Literatur und die Literaturwissenschaften
Wenn wir davon ausgehen, dass die Industriegesellschaft gegenwärtig grundlegende
Wandlungen erfährt und der Begriff der 'Informationsgesellschaft' aktuelle
Entwicklungstendenzen in unserer Kultur auf den Punkt bringt, eine Zukunftsvision
enthält, dann ergeben sich neue Maßstäbe, nicht nur zur Beurteilung der Wirtschaft,
sondern auch zur Beurteilung von Wissenschaft, Literatur und praktisch allen ande-
ren kulturellen Phänomenen. Zunächst einmal fordert uns dieser Leitbegriff auf, uns
selbst, unsere Kultur und unsere Umwelt als informationsbearbeitende Systeme und
die ablaufenden Prozesse als Vorgänge der Informationsverarbeitung und Kommuni-
kation zu verstehen.
Folgt man dieser Auffassung, so lassen sich grundsätzliche Wandlungen in der kultu-
rellen Informationsverarbeitung am Ende unseres Jahrhunderts feststellen. Die viel-
leicht wichtigsten Veränderungen fasst - aus der informationstheoretischen Perspek-
tive - die nachstehende Tabelle (Abb. 1) zusammen:
*überarbeitete und ergänzte Fassung von: Literatur als Produkt und Medium
kultureller Informationsverarbeitung und Kommunikationí in: Martin Huber/Gerhard
Lauer: Nach der Sozialgeschichte. Konzepte für eine Literaturwissenschaft zwischen
Historischer Anthropologie, Kulturgeschichte und Medientheorie. Tübingen 2000, S
259 - 383