Michael Giesecke - Kornelia Rappe-Giesecke
Zur Integration von Selbsterfahrung und distanzierter Betrachtung in der Wissenschaft

In: Theo Hug (Hg.): Wie kommt die Wissenschaft zu ihrem Wissen? (mit CD-ROM)
Band1: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten, Hohengehren (Schneider) 2001, S. 225 - 236
Abstract
Während die traditionelle Wissenschaftstheorie und Methodenlehre das Bedürfnis
der Buchkultur nach autonomen, möglichst interaktionsfrei zu kommunizierenden
(Buch)Wissen verwirklicht, geht es der kommunikativen Sozialforschung um eine
zeitgemäße, d. h. die interaktiven Möglichkeiten des Gesprächs und der Neuen Me-
dien nutzenden Alternative. Sie gestaltet alle Phasen des Forschungsprozesses, von
der Konstitution des Forschungssystems über die Datenerhebung und ­auswertung
bis hin zur Rückkopplung der Ergebnisse als Kommunikation. So wie wir uns in Ge-
sprächen beständig sowohl am Gegenüber als auch an eigenen Programmen sowie
am interaktiven Prozess orientieren, so können wir auch in der Forschung die distan-
zierte Umweltbeobachtung durch Selbstbeobachtung ergänzen. Wie dies im einzel-
nen geschehen kann und welche zusätzlichen Erkenntnisse über kommunikative Ab-
läufe und Normen durch die Anwendung dieser Methode möglich werden, schildert
der Artikel.