| Theorie der Kommunikation - Konzeption | |
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!!! TEXT VON MYTHEN !!!
Die hier versammelten Texte, Tabellen, Abbildungen usf. sind Teil einer größeren
Datenbank zur 'Kommunikationstheorie' und zur 'Geschichte kultureller Kommunikation
und ihrer Medien', die sich als Netzprojekt <kommunikative-welt.de>
derzeit im Aufbau befindet.
Wichtige Modelle
Die WebSite bietet dem Nutzer eine klare Kommunikationstheorie: Kommunikation wird beschrieben als Informationsverarbeitung, Vernetzung und Widerspiegelung. In diese drei Dimensionen lassen sich bekannte und neue Forschungsergebnisse über Kommunikation einordnen, oder sie erweisen sich als zu anderen Disziplinen zugehörig. Die Kategorien ermöglichen es dem Leser, sein Wissen neu zu strukturieren und in einen systematischen, eben kommunikationswissenschaftlichen Zusammenhang zu stellen.
Das gleiche gilt für das Phänomen der Kultur und Kulturgeschichte. Menschliche
Kulturen werden als Spezialfall ökologischer Netzwerke verstanden. Die (typographische)
Buchkultur wird sichtbar, wenn aus medientheoretischer Sicht der Buchdruck und
seine Produkte zum Ausgangspunkt der Beschreibung dieser Netzwerke genommen
werden.
Um die Dynamik des Epochenwechsels und historische Trends zu erfassen, werden
verschiedene Prozessmodelle genutzt: In kulturellen Prozessen überlagern sich
Substitution (Innovation), Akkumulation und Reproduktion (Bewahren); ökologische
Prozesse lassen sich als Balancieren, Oszillieren und Emergieren klassifizieren.
Historische Vorgänge kann man grundsätzlich chronologisch, als Veränderung und
Entwicklung beschreiben. Die Ablösung von Medien oder/und Epochen durchläuft
die Phasen von Abhängigkeit und Gegenabhängigkeit, bevor sich ein neues Gleichgewicht
(Autonomie) einstellt.
Kommunikationswissenschaft 3D
Legt man das dreidimensionale Kommunikationsmodell zugrunde, erscheinen
wissenschaftliche Ergebnisse dreifach, sowohl als Produkt von Informationsverarbeitungsprozessen
als auch von kooperativen Vernetzungen sowie als emergente Medien, die Umweltstrukturen
spiegeln. Statt binärer Schematisierung soll triadisches Denken und die Fähigkeit
zum Oszillieren zwischen verschiedenen Programmen und Bedeutungen gefördert
werden.
Vermutlich wird es uns in einigen Jahren unter Ausnutzung der digitalen Medien
möglich sein, auch höherdimensionale Modelle in standardisierter Form zu konstruieren.
Angesichts der momentan noch vorherrschenden Tendenz zweidimensionaler Darstellung,
binären Denkens und der Suche nach einer Ursache für eine Wirkung erscheint
das dreidimensionale Konzept als ein Komplexitätsgewinn. Gleichzeitig stoßen
wir damit auch schon an die Grenzen dessen, was wir uns heute vorstellen und
bildhaft darstellen können.
Möglich, dass die hier bevorzugten 'dreibeinigen' Graphiken als zwanghafter Schematismus erlebt werden. Diese Darstellungsform zwingt andererseits dazu, bei allen Beschreibungen beliebiger Phänomene die drei kommunikationstheoretischen Perspektiven auszuprobieren. Ein Phänomen, welches nicht in seinen drei Dimensionen erkundet wurde, ist jedenfalls im hier verwendeten Verständnis von Kommunikation nur unvollständig erfasst. Kommunikative Phänomene emergieren als Integrationsprodukt dreifacher Betrachtung und Beschreibung - und werden in diesem Prozess zu einem Element einer weiteren, vierten Dimension.
Datenbank und Hypertext
Gleichwohl bleibt die Präsentation der Informationen in dreidimensionaler digitaler und teilweise auch interaktiver und multimedialer Form ein Experiment. Niemand weiß gegenwärtig, für welche kommunikativen Aufgaben sich welche Form der digitalen Präsentation eignet. Es gibt keinen kulturellen Konsens darüber, welche Informationen in das gedruckte Buch, das Internet und/oder auf eine CD-ROM gehören. Außer den durch die Hard- und Software vorgegebenen Grenzen existieren keine Darstellungsnormen.
Immerhin lassen sich aber im Wissenschaftsbereich zwei polare Herangehensweisen an die digitale Datenspeicherung ausmachen:
Die eine betrachtet Netz und CD-ROM als Kommunikationsmedium. Sie orientiert
sich dabei an den traditionellen Kommunikationsformen, entweder am Gespräch
oder an den verschiedenen Typen interaktionsarmer Massenkommunikation.
Zum ersten Typ gehört die interaktive Dialogführung, die es dem Nutzer bspw.
ermöglicht, Fragen auszuwählen oder sein Interessenprofil im Dialog mit dem
Computer zu klären.
Zum zweiten Typ gehören die mehr oder weniger verschachtelten 'Texte', wie sie
im Prinzip schon bei den beschreibenden, erzählenden oder argumentierenden Darstellungen
von Wissen in Büchern verwendet werden. Der Leser/Nutzer wird hierbei in hohem
Maße gesteuert, seine Rezeption linearisiert. Dies geht nur, wenn der Sender/Autor
klare Annahmen über die Erwartungen der Nutzer besitzt oder solche jedenfalls
unterstellt.
Eine alternative Herangehensweise ist es, die Orientierung auf die Kommunikationspartner
zurückzustellen und stattdessen die Organisation von Wissen in den Mittelpunkt
zu stellen. Ziel ist letztlich die Bereitstellung einer Datenbank mit multioptionalen
Zugriffsmöglichkeiten auf die gespeicherten Informationen. Je mehr Wege dem
Nutzer beim Navigieren durch den Informationsspeicher offen stehen, desto besser.
Dazu werden die Daten nach möglichst vielen Variablen kodiert und durch entsprechende
Suchfunktionen erschlossen.
Als historische Parallele findet sich hierzu am ehesten das vormoderne Konzept
der handschriftlichen Informationsspeicher. So wie jene einstmals als Datenbank
für den Schreiber, dessen Familie und/oder die Institution gedacht waren, in
der er arbeitete, so können digitale Informationen in eine Datenbank mit der
Absicht eingestellt werden, ein kollektives Gedächtnis für einen größeren Nutzerkreis
zu schaffen. Das Ideal ist hier, den Nutzern möglichst große Freiheit bei der
Auswahl und der Art der Zusammenstellung der Informationen zu lassen. Der Nutzer
erscheint als Experte, der sich selbst seinen Weg durch die Informationsvielfalt
sucht, nicht als Laie, dessen Erkenntnisweg es kommunikativ zu determinieren
gilt.
Zwischen diesen beiden Extremen bewegen sich gegenwärtig die digitalen Darstellungsformen wissenschaftlicher Ergebnisse auf CD-ROM und in den elektronischen Netzen. Zu viel Struktur führt leicht zu einer Verdopplung der typographischen Texte/Dateien. Das Gegenteil ist das Chaos des Internets, welches die Nutzer der Überkomplexität der Informationswelt aussetzt. Die symbolischen digitalen Darstellungen reproduzieren dann schlimmstenfalls die Merkmalsfülle unserer Umwelt, ohne sie zu reduzieren.
Die Darstellung auf dieser WebSite nutzt alle angesprochenen Optionen. Die Informationen werden zum einen in Form einer - in dieser Version noch nicht 'echten' - Datenbank (modular-kategoriale Matrix) präsentiert. Zum anderen kann sich der Nutzer durch (didaktische) Leitfäden, Hypertexte mit standardisierter kategorialer Verlinkung, Fragen und Animationen durch die Informationswelt führen lassen.