Fliesstext
Die evolutionäre Dimension ontologischer Information

 

 

Bestätigt wird die typologische Sichtweise durch die Tatsache, daß sich die verschiedenen Seinsstufen der Materie auf der Erde offenbar teilweise erst historisch - nacheinander - herausgebildet haben: Die ontologische Typologie besitzt insofern eine evolutionäre Dimension.

Das menschliche Bewußtsein und die von ihm erzeugten Informationen gelten Natur- und Geisteswissenschaftlern gleichermaßen als Spätprodukt einer sehr langen Entwicklung. Am Anfang standen physikalische Prozesse und Energien, vielleicht der Urknall. Irgendwann entwickelten sich auf der Basis chemischer Verbindungen und Reaktionen (Stoffwechsel, Photosynthese) einfache Organismen.
Zwar besitzen alle Elemente elektrische Eigenschaften. Damit diese zu einem autonomen Informationsmedium, das von autonomen Informationssystemen, neuronalen Zellen, verarbeitet wird, werden konnten, bedurfte es aber der Entstehung höherer Organismen. Informationsverarbeitung ist dann an die Modulierung elektrischer Spannung, an ihre Verstärkung und Hemmung geknüpft. Ob es sich um Schallwellen oder Licht, die Aura von Menschen, Pflanzen oder Tieren o. a. handelt, immer erscheint die Information auch als eine Eigenschaft (Frequenz) elektrischer Wellen und Felder.
 
Da bislang alle Versuche psychische Erscheinungen auf die Summation neurophysiologischer Vorgänge zu reduzieren, gescheitert sind, kann man wohl davon ausgehen, daß die an die verschiedenen älteren und jüngeren Hirnzentren gebundene psychische Informationsverarbeitung ebenfalls einen eigenständigen Typus von Information hervorgebracht hat. Bekanntlich gibt es verschiedene Hirnzentren, nach denen Psychologen und Neurologen noch einmal eine Feingliederung vornehmen. Mindestens wird zwischen instinktiven, affektiven und kognitiven, an die Verwendung von Zeichensystemen gebundene, psychische Informationen unterschieden.
Sobald sich Lebewesen entwickelten, entstanden auch soziale Netzwerke und Kooperationsformen. Diese haben Informationen geschaffen, die über jene hinausgehen, die das einzelne Individuum im Verlauf seines Lebens in psychischer oder anderer Form speichern kann. Die Intelligenz, die zum Bau eines Termitenhügels erforderlich ist, übersteigt jene der einzelnen Termiten bei weitem. Es gibt also kollektive Formen von Informationen: Normen, Programme, usf., die sich nicht als Addition psychischer Informationen, erklären lassen, und die deshalb einen eigenständigen, eben sozialen Informationstypus bilden.
Die Soziologie hat sich als eigenständige Disziplin nur etablieren und sich von der Psychologie emanzipieren könne, weil sich diese Auffassung seit Beginn des 20.Jahrhunderts durchgesetzt hat. In der Abbildung 2 ist die Vorstellung über diese Evolution der Informationstypen schematisch dargestellt.

Abbildung 2: Evolution der Informationstypen/ Systeme