Fliesstext Die Normalform informationsverarbeitender Systeme

 

 
Die Frage, wie komplex die Untersuchungszelle in der Kommunikations- und Medienwissenschaft anzusetzen ist, läßt sich nur in Relation zu unserem Erkenntnisinteresse beantworten. Wer die Informationsverarbeitung von mehrzelligen Lebewesen untersuchen will, wird mit Kopplungen von Informationssystemen arbeiten müssen. Wer multisensorielle Wahrnehmung und multimediale Kommunikation untersuchen will, muß differenzierte Systeme annehmen, in denen Transformationen zwischen Ebenen möglich sind. Wer Phänomene wie Selbstbewußtsein oder Identität erfassen will, braucht Vorstellungen rekursiver Informationsverarbeitung und eine Unterscheidung zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung.
Für meine Zwecke der Untersuchung der Evolution kultureller Kommunikation und der Dynamik interpersoneller multimedialer Verständigung sind einfache Modelle (triviale Maschinen) unbrauchbar. Im Laufe der Zeit hat sich das in der Abb. skizzierte Normalformmodell als brauchbare Arbeitsgrundlage herausgestellt.
 
 
Abb. Normalformmodell informationsverarbeitender Systeme
 
Der Regulator ‚beobachtet' ein oder mehrere Glieder aus der Informationsverarbeitungskette, vergleicht sie mit seinen Programmen und interveniert bei Abweichungen.