| Topologischer Informationsbegriff | |
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| Da es nicht nur eine einzelne Information gibt, sondern
die Welt voll von ihnen ist, muss es auch Beziehungen zwischen den Informationen
geben. Diese Beziehungen dürften so vielfältig wie die Informationstypen
selbst sein. Viele Informationen emergieren überhaupt erst als das
Produkt solcher Beziehungen, und manche Bedeutungstheorien gehen davon aus,
dass alle Bedeutungen Relationen sind (Der strukturalistische Informationsbegriff
in der Sprachwissenschaft). |
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| Während in der ontologischen Dimension die elementare
Bedeutung der Dinge und Prozesse fokussiert wird und in der epistemologischen
Dimension die Abhängigkeit der Bedeutung von der Beziehung zwischen
den Betrachtern/Sendern und den Medien erkundet wird, geht es in der topologisch-netzwerktheoretischen
Dimension exakt um diejenigen Informationen, die erst als Ergebnis solcher
Beziehungen - im Zusammenhang der Medien - emergieren. Topologische Information wird als emergentes Merkmal von Relationen, Strukturen und Systemen I = r (E1, E2, E3....) betrachtet. Die elementaren Informationsmedien (E1, E2, E3....) erscheinen andererseits als Elemente von - verschiedenen - höherstufigen Gebilden. Deshalb könne sie Auskunft nicht nur über sich selbst - in einem ontologischen Sinn - geben, sondern auch über die Gebilde, die sie durch ihre Existenz mit aufbauen. Solche Gebilde können im einfachsten Fall Dyaden (Zweierbeziehungen), d.h. Kopplungen von 2 Elementen sein. Ich bezeichne diese Gebilde als Relationen. Jeder Pol einer Relation gibt nicht nur Auskunft über sich sondern auch den anderen Pol (seine Opposition) und das Verhältnis zwischen ihnen. Deshalb sagen Beschreibungen nicht nur etwas über die beobachteten Gegenstände sondern auch über den Beschreiber aus. Manche Theoretiker sagen auch: Information entsteht überhaupt erst als Unterschied. Sie liegt "zwischen" den Dingen - und deshalb lehnen sie dinghafte (ontologische) Informationskonzepte ab. Die relationale Perspektive macht uns jedenfalls auf die Notwendigkeit aufmerksam, nach Oppositionen, Gegensatzbegriffen, komplementären Medien usf. zu suchen. Von Strukturen spricht man, wenn man solcher Relationen miteinander verbunden sind. Die Elemente gewinnen dann eine eigene strukturelle Bedeutung, sie besitzen Feldwerte. Strukturen emergieren grundsätzlich durch die Relationierung gleichartiger Relationen. So beschäftigt sich die strukturalistische Sprachwissenschaft etwa nur mit Relationen zwischen Zeichen und Zeichenrelation - nicht mit den Beziehungen zwischen Zeichen und Zeichennutzern/Sprechern. |
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| Will man unterschiedliche Typen von Strukturen miteinander
in Beziehung setzen, braucht man höherstufige Konzepte. Theoriegeschichtlich
folgt nach den strukturalistischen Modellen die Systemtheorie. Was immer
man sich unter Systemen vorstellt, sie relationieren unterschiedliche Typen
von Strukturen und schaffen damit einen anderen Typ von Bedeutung. Diese
Tatsache drückt sich z.B. in der Definition von Systemen als mehrdimensionale
Gebilde aus. (Dimension entspricht hier einem Typus von Struktur). Allerdings wird der Unterscheidung zwischen struktureller und systemischer Emergenz nicht immer klar getroffen, weshalb vielfach kaum ein Unterschied zwischen strukturellen und systemischen Beschreibungen auszumachen ist. So schreibt der Begründer der neueren Systemtheorie, Ludwig von Bertalanffy "Die Eigenschaften und Verhaltensweisen höherer Ebenen [sic!] sind nicht durch die Summation der Eigenschaften und Verhaltensweisen ihrer Bestandteile erklärbar, solange man diese isoliert betrachtet. Wenn wir jedoch das Ensemble der Bestandteile und die Relationen kennen, die zwischen ihnen bestehen, dann sind die höheren Ebenen von den Bestandteilen ableitbar." (nach Lenk/Ropohl 1978) In der Tradition systemischen Denkens wird die Veränderung des Informationswertes als Übersummation bezeichnet oder man spricht von kombinatorischem Gewinn. |