Fliesstext Unterdrückung der Wechselwirkung zwischen Subjekt und Objekt

 

 
Unterschiedlich beantwortet wird auch die Frage, ob das Subjekt im Erkenntnisprozeß zum Objekt werden kann und umgekehrt. Es geht hierbei letztlich um die Frage, ob eine Wechselwirkung im Erkenntnisprozeß und damit eine Veränderung des Subjekts zugelassen werden soll oder nicht.
Das ist aber nur der erste Teil des Problems. Man kann auch darauf hinweisen daß in dem Prozeß der Informationsgewinnung das Erkenntnissubjekt nicht identisch bleibt. Wenn jemand aus seinem Umfeld Informationen wahrgenommen hat, dann hat sich seine Erfahrung (sein Speicher) verändert. Er selbst besitzt andere Eigenschaften als zuvor. Jede Wahrnehmung verändert das wahrnehmende System. Wenn er ein zweites Mal das Medium betrachtet, wird er andere Informationen gewinnen. Diese Tatsache erschüttert zum einen die Bedingungen der Möglichkeit von Wiederholungen von Wahrnehmungen - und damit auch von Kontrollversuchen in der Wissenschaft. Zum anderen verflüssigt sie die Identität der Erkenntnisobjekte. Zur Überwindung des Subjektivismus wird dann entweder wieder die Ebene hin zur Ontologie gewechselt: Es gibt (sic!) objektive Merkmale an den Dingen (und Subjekte), vor und unabhängig von aller Erkenntnis, oder die Subjektive werden durch soziale Standardisierungsprozesse "festgestellt" und vor Veränderungen geschützt. Sie sind als soziale Rollen quasi kontrafaktisch stabilisiert. Methode verhindert die Veränderung des Forschers/Erkenntnissubjekts durch die Untersuchungsobjekte.