| Parallelverarbeitung von skriptographischen Informationen | |
| Herkunft: M. Giesecke |
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Ziel |
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Ablauf
(Instruktion und Setting) |
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Die nachfolgenden Instruktionen
sind vollständig. Bitte keine Nachfragen! Augen schließen. Blatt zur Seite legen und 2 neue DIN-A4-Blatt vornehmen, mittig in DIN-A5
falten. |
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| Auswertung 1. Individuell ‘Das Schreiben’ oder Malen? – der Buchstaben ist ein dynamischer Prozess, hat einen Anfang und ein Ende. Bitte kennzeichnen Sie bei allen Buchstaben mit der Ziffer 1, wo Sie mit dem Stift angesetzt haben, mit 2 wo Sie abgesetzt haben, ggfs. mit 3, wo Sie wieder neu angesetzt haben usf. |
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| 2. Theoretischer Input Menschen und Kulturen sind multisensuelle, massiv parallel verarbeitende Informationssysteme – wenn man sie aus einer informations- und kommunikationstheoretischen Sicht betrachtet. Das Problem ist, das diese Parallelität selten bemerkt und jedenfalls nicht theoretisch modelliert wird. Es gibt keine Theorie multisensueller Wahrnehmung oder/und Darstellung. Entsprechend auch keine Theorie multimedialer Kommunikation. Die Ansätze zu einer Theorie der Multimedialität sind, jedenfalls auch aus kommunikationstheoretischer Sicht dürftig. Sie können Erkenntnis als emergentes Produkt des Zusammenwirkens mehrerer Sinne- oder auch mehrerer Funktionsprogramme eines Organs nicht erfassen. Dies zeigt sich auch in den Theorien über skriptographische Medien und die Schriftsprache. |
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| Wir haben, als wir Schreiben und Lesen lernten, diese Tätigkeiten und deren Produkte, Schriften, mindestens dreifach gespeichert, als motorische rhythmische Muster in unseren Muskeln, als ikonische Formen und – soweit wir phonetische Schriften nutzen – auch akustisch. | |||||||||||||
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| Schriftzeichen (für Sprachen mit lautlicher Existenzform) sind das emergente Produkt von akustischen, taktilen und visuellen Informationen. Sie unterscheiden sich von Elementen einer Zeichnung gerade dadurch, dass diese in geringerem Maße motorisch routinisiert und nur in Ausnahmefällen, die dann wieder zu einer besonderen Klasse zusammengebunden werden können, akustisch gespeichert sind. | |||||||||||||
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| Die Übung dient (1.) dazu, das Zusammenwirken mehrerer
Sinne und mehrerer Typen von Information zu erkunden: Ohr, Hand und Auge,
akustische, taktile und visuelle Informationen vor allem. Alle Formen der
Wahrnehmung können sich wechselseitig beeinflussen, korrigieren. D.h.,
sie laufen eben nicht immer unabhängig nebeneinander her, sondern sie
berühren sich und tauschen Informationen aus. Um diesen Effekt merkbar zu machen sollten Sie im Experiment die Augen schließen. (Vgl. das Schreiben des Q) |
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| 3. Auswertung in Vierer-Gruppen Die japanischen Schriftzeichen für ‘Mensch’ und ‘Innen’ |
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| Fragen Was sind unter dem Gesichtspunkt a) taktiler und b) visueller Informationsverarbeitung die Unterschiede zwischen Kursiv- und Blockschrift? |
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| Die japanischen Schriftzeichen wurden Ihnen als ‘Zeichnung’ ‘visuell’ dargeboten. Wie haben Sie diese visuelle Information in taktile übersetzt? Woran merken Sie Anfang und Ende der Bewegung? | |||||||||||||
| Gibt es einen Unterschied zwischen ‘Malen/Zeichnen’ und ‘Schreiben’ für Sie hinsichtlich der japanischen Buchstaben? Im Hinblick auf welche Sinne? | |||||||||||||
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