F.A.Q. Gibt es neben den fachwissenschaftlichen Beschreibungen von 'Kulturen' auch spezifische Methoden, die den Anspruch 'kulturwissenschaftlich' bzw. 'ökologisch' rechtfertigen können?
   
Aufgrund des inhomogenen Objektbereichs von Kulturwissenschaft/Ökologie muss Methodenpluralismus ein Kennzeichen der kulturwissenschaftlichen bzw. ökologischen Methodologie sein.
 
Man könnte als Axiom, welches die Eigenart kulturwissenschaftlicher Methodik zusammenfasst, formulieren: Als kulturwissenschaftlich soll ein solches Herangehen bezeichnet werden, welches die Komplexität des Gegenstandes nicht soweit reduziert, dass ein homogenes Objekt entsteht. Dies erfordert zum einen eine mehrdimensionale inhomogene Gegenstandskonzeption und zum anderen Methodenpluralismus.
Und zwar müssen sich die Methoden soweit unterscheiden, dass

a)

sie sich nicht aufeinander reduzieren lassen und
b)
dass sie zueinander in Widerspruch treten können, Ergebnisse produzieren, die sich ausschließen.
 
Diese Definition geht über jene hinaus, die die kulturwissenschaftliche Methodik als trans- oder interdisziplinär beschreibt. Es geht nicht nur um die wechselseitige Ergänzung der Methoden, sondern um die parallele Anwendung von alternativen Methoden ('sowohl als auch').
Man könnte auch sagen: Die Kulturwissenschaften forschen transdisziplinär, aber sie haben nicht das Ziel, zu homogenen Aussagen zu gelangen. Hierarchisierungen von Methoden und Prämierungen von Beschreibungsergebnissen erfolgen zwar aus praktischen Gründen, aber dahinter bleibt die Überzeugung wach, dass jederzeit auch andere Unter- und Einordnung möglich sind.
 

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