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Um mehr über diesen normalen Anpassungsprozeß
zu erfahren, hat man bei Ciba Geigy die Auswirkung von elektrostatischen
Feldern auf den heute üblicherweise angebauten Weizen untersucht.
Die Versuchsanordnung sah wie folgt aus: "Zwischen zwei Aluminiumplatten,
an denen Gleichstrom angeschlossen ist, werden für drei Tage die
Weizen- und Maiskörner zum Keimen gelegt, um anschließend wie
jede andere Pflanze im Topf oder im Gewächshaus weiterzuwachsen."
(Ebd. S. 95) Das ziemlich erstaunliche Ergebnis war, daß bei bestimmten
Feldstärken Pflanzen entstanden, die alle Eigenschaften der Urformen
von Weizen und Mais besitzen. Er bildet mehrere Ähren an einem Halm
aus, ist flachwüchsig und gelangt innerhalb von vier Wochen zur vollen
Reife. Man könnte das Ergebnis so deuten, daß im Gedächtnis
der Pflanzen auch die Wildtypen gespeichert sind. Wenn die Pflanze in
elektrostatische Felder gerät, die jenen aus der Frühzeit der
Entwicklung ähnlich sind, werden die damals benutzten Programme wieder
reaktiviert.
Bei weiteren Versuchen mit Farnen wurden ebenfalls Urformen ausgebildet,
die gegenwärtig nicht mehr existieren, aber aus versteinerten Abdrücken
bekannt sind. Wenn man diese Urform mehrere Jahre wachsen ließ,
so durchlief sie Stadien, die an ganz unterschiedliche Farnsorten: Wurmfarn,
Hirschzungenfarn, Buchenfarne, südafrikanische Lederfarne usf.. "Die
größte Überraschung kam für uns bei der Chromosomenuntersuchung.
Der Wurmfarn hatte 36 Chromosomen, der Hirschzungenfarn aber 41 - in der
ganzen wissenschaftlichen Literatur wurde noch niemals von der plötzlichen
Änderung der Chromosomenzahl, die ja für eine Art charakteristisch
ist, berichtet." (Ebd. S. 103)
Sollten diese Ergebnisse stimmen, so wird man wohl neben den im Zellkern
gespeicherten genetischen Informationen noch einen anderen Speicher annehmen
müssen, der artübergreifende Programme behält. Die Versuche
in Basel legen nahe, daß das Ultralangzeitgedächtnis aus der
Interaktion zwischen den elektromagnetischen Wellen der Umwelt und Informationen
des Lebewesens/der Pflanze entsteht. Es ist ein relatives und in diesem
Sinne ökologisches Gedächtnis - was natürlich auch wieder
einen interessanten Aspekt des Gedächtnisbegriffs beleuchtet. In
der Theorie neuronale Netze ist ja von dem ursprünglichen Speichermodell
des Gedächtnisses schon nicht mehr viel übrig geblieben. Wenn
man unter Repräsentationen' eine Gruppe von Nervenzellen versteht,
die vorübergehend vernetzt werden und gemeinsam 'feuern', so wird
das Gedächtnis zu einem Beziehungsphänomen. Und arbeitet man
mit einem solchen relationalen Konzept, so tauchen Ähnlichkeiten
zwischen den verschiedenen Klassen von Organismen auf. Feuernde und gekoppelte
Zellen dürften sich bei den meisten Lebewesen nachweisen lassen.
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