| Die chemischen Kommunikationsmedien der Olfaktoren | |
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Die Düfte werden durch chemische Elemente übertragen. Diese schweben, nachdem sie abgesondert wurden, unterschiedlich lange in der Luft. Und sie haben als chemische Partikel, wenn sie sich irgendwo abgelagert haben, eine unterschiedliche teilweise recht lange Lebensdauer. Während die Laute in der Luft bekanntlich mit Schallgeschwindigkeit verklingen, bleiben die olfaktorischen Informationen sehr viel länger ein Kommunikations - oder lnformationsmedium. Man kann auf die Anwesenheit eines Stinktieres aufgrund dieses Informationsmediums noch lange Zeit schließen, nachdem das Tier einen beliebigen Ort verlassen hat. Mehr noch, entwickelte Olfaktoren werden aus den zurückgelassenen Informationen auch entnehmen können, in welche Richtung es sich davon machte, ob es ein Männchen oder ein Weibchen war, wie alt es gewesen ist und in welchem Gesundheitszustand es sich befand. Die chemische Struktur der olfaktorischen Medien ermöglicht es im übrigen auch, das Wasser als Nachrichtenkanal zu benutzen. Es gibt viele Fische mit einem ausgeprägten Geruchssinn. Dieser sitzt zum Beispiel bei den Elritzen nicht nur in den Kiemendeckeln sondern auch in der Bauchdecke und in den Schwänzen. "Die zum Zwecke der Verständigung eingesetzten chemischen Substanzen
waren früher unter dem Sammelbegriff der ,Ektohormone' bekannt, doch
haben die Biologen seit 1959 den Begriff der ,Pheromone' eingeführt
(griech. Pherein = befördern und horman = reizen), was der Funktion
dieser Substanzen besser entspricht. Im Gegensatz zu den eigentlichen
Hormonen, welche die inneren physiologischen Funktionen des Organismus
regulieren, werden die Pheromone nach außen abgesondert und tragen
dazu bei, die äußere Umgebung des Tieres zu regulieren, in
dem sie andere Tiere beeinflussen. Diese Substanzen werden von den anderen
Mitgliedern einer gleichen Art wahrgenommen oder lösen Prozesse des
Verhaltens oder sexueller Art aus. Es gibt zwei Hauptkategorien von Pheromonen:
die hemmenden Pheromone, die zur Verteidigung und zum Schutz bestimmt
sind, und die aktivierenden Pheromone, deren Aufgabe es ist, einen Weg
oder eine Anwesenheit zu signalisieren und den lebenswichtigen Prozess
der Fortpflanzung auszulösen.'' (Schauenberg S. 96) |
| Die olfaktorischen Informationssysteme bilden spezielle Effektoren aus, die chemische Substanzen oder/und in Bewegung (Schwingung) versetzen. ''Um seine Pheromone zu verbreiten, sondert das [Schmetterlings]Weibchen seinen Geruch ab und sorgt durch raschen Flügelschlag für bessere Verflüchtigung. Die Pheromon - Moleküle werden vom Wind fortgetragen, der sie umherstreut. Die Männchen nehmen diese chemische Nachricht mit den Fühlern wahr und fliegen auf der Suche nach dem Weibchen gegen den Wind. Sie bewegen sich unfehlbar auf die Duftquelle zu und folgen der erhöhten Molekülzahl, deren Konzentration stufenweise anwächst, je mehr sich das Insekt dem duftausströmenden Weibchen nähert." (ebd., 100) Dabei handelt es sich bei den Schmetterlingen um vollständige Rückkoppelungskreise, nicht nur das Männchen nimmt den Geruch des Weibchens wahr, "es sind im Gegenteil die Pheromone der männlichen Schmetterlinge, die diese in unmittelbarer Umgebung des Weibchens als Erkennungszeichen ausströmen " (ebd., 102) Die Empfindlichkeit der Fühler der Schmetterlinge für die Pheromone ist vielfach beschrieben worden. Es reichen einige wenige Moleküle, also für den Menschen mit seinen natürlichen Organen überhaupt nicht wahrnehmbare Mengen aus. Über die Zahl der chemischen Substanzen, die als Kommunikationsmedien genutzt werden, herrscht noch Unklarheit. E. Priesner unterscheidet in seiner 1970 über die Pheromone der Schuppenflügler veröffentlichten Arbeit etwa 2000 Substanzen. Das vollkommenste Pheromon - Drüsensystem besitzen jedoch nicht die Schmetterlinge, sondern die Ameisen. Dabei haben die Pheromone in den einzelnen Gattungen und Arten unterschiedliche Aufgaben. |
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Die sogenannten ,Ameisenstraßen' sind eigentlich Geruchsstraßen. Sie entstehen, indem die Ameisen aus der sogenannten Dufourschen Drüse Pheromone absondern, und sie mit ihrem Stachel auf der Erde deponieren. (Vgl. Abb. 19) Diesen Duftmarken folgen andere Ameisen, nicht ohne ebenfalls Pheromone abzusondern. Je mehr Pheromone den Weg markieren, umso größer ist die Anziehungskraft für die anderen Mitglieder des Stammes. Kehren die Ameisen mit Beute zurück, so markieren sie ihren Weg ebenfalls, haben sie keine Beute, so unterlassen sie die Markierung. ''Nicht alle Ameisen markieren ihren Weg, doch diejenigen, die es tun, hinterlassen ein höchst spezifisches Pheromon, auf das Ameisen einer anderen Art nicht reagieren. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, daß sich zwei Wege kreuzen, ohne daß eine Verkehrsstockung entsteht, denn jede Art folgt der eigenen Spur und wird durch die Art nicht irre geleitet. So besitzt jeder Ameisenhaufen seine eigene ,Sprache' und seine besondere Straßenverkehrsordnung." (ebd., 110) Die chemischen Medien haben noch eine Reihe weitere wichtige soziale
Funktionen für die staatenbildenden Insekten: |