| Informations- und Kommunikationsmedien | |
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| Wenn man den Menschen als informationsbearbeitendes
System betrachtet, dann entspricht sein Verhalten der Aktivität der
Effektoren. Dieses Verhalten kann durch künstliche technische Hilfsmittel
verstärkt und verändert werden.(1) Das Verhalten des einen kann dem anderen Menschen als Informationsmedium dienen - wie die übrige belebte und unbelebte Natur auch. Menschen können ihr leibliches Verhalten wechselseitig unter bestimmten Bedingungen auch als Kommunikationsmedium betrachten - und die beobachtenden Wissenschaftler können dies auch. Die Regeln hierfür sind kulturabhängig und innerhalb einer Kultur nochmals differenziert. Aus diesem Grund benutzen Kulturen mehrere Kommunikationsbegriffe.(2) Es ist deshalb sinnvoll, zwischen Informations- und Kommunikationsmedien zu unterscheiden. Informationsmedien werden mit Rücksicht auf ein informationsverarbeitendes System definiert und befinden sich in Koevolution mit einem solchen. Kommunikationsmedien lassen sich nur im Hinblick auf mindestens zwei artgleiche oder artverschiedene Kommunikatoren definieren. Ich schlage für die augenblickliche Phase der Entwicklung der Kommunikations- und Medienwissenschaften vor, ‘Kommunikation’ als einen voraussetzungsvollen Spezialfall von Informationsverarbeitung zu behandeln. Entsprechend ist es informationsverarbeitenden Systemen zwar möglich, nicht zu kommunizieren, sie können jedoch nicht aufhören, Informationen zu verarbeiten.(3) |
| (1) Dies
ist der Ansatz für Marshall McLuhans Theorie der Medien als ‘any
extension of ourselves’, vgl. z.B. Understanding Media, 1964, S. 7. (2) Die in den Kommunikations- und Medienwissenschaften immer noch üblich Suche nach einem einzigen Kommunikationsbegriff ist ebenfalls Ausdruck einer absolutistischen Hierarchisierungsbestrebens. (3) Natürlich ist auch möglich, die rückkopplungsarme Informationsverarbeitung als Spezialfall von Kommunikation zu begreifen. |