![]() |
Das Setting |
Voraussetzungen:
Arbeitsformen: Das Training hat ein komplizierteres Setting als die üblichen Seminare. Es besteht aus
Die Trainingsgruppen haben jeweils unterschiedliche, klar definierte Aufgaben. Sie können nochmals in einen Innenkreis (handelnde bzw. Rollenspieler) und einen Außenkreis mit 'distanzierten' Beobachtern unterteilt sein.
Das Plenum besitzt noch weitgehend die übliche formell hierarchische Seminarstruktur: Auf der einen Seite der Trainer, auf der anderen die Trainingsteilnehmer. Es gelten die gewohnten Rechte und Pflichten.
T-Lab heißt: Laboratorium, geschützter Raum außerhalb des Studienbetriebes, der Gelegenheit zum unzensierten Experimentieren gibt. Die Trainingsgruppen unterscheiden sich demnach grundsätzlich von normalen universitären Lehrveranstaltungen. Sie dienen als Modelle der unterschiedlichsten Kommunikationsformen und damit eben auch von ganz verschiedenen sozialen Systemen: gleichberechtigte, selbstorganisierte Gruppen; Institutionen; Familien; freundschaftliche Zweiergespräche etc. In diesem Setting können Teilnehmer und LeiterIn des T-LABs die unterschiedlichsten Positionen und Rollen ausprobieren. Der Leiter gibt jeweils an, ob er in den Trainingsgruppen mitspielt (Innenkreis) oder ob er beobachtet und ggf. interveniert.
In der Regel werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppe im unmittelbaren
Anschluss im Plenum zusammengetragen, verglichen und diskutiert. Die Struktur
dieser Auswertungsphasen ist besonders kompliziert. Einerseits kann man
sie als Großgruppe betrachten und gestalten: Die Dynamik der verschiedenen
Teilgruppen, die ja oftmals nicht zu einem Abschluss gekommen ist, setzt
sich im großen Kreis fort. Es finden Spiegelungen der Struktur der Trainingsgruppen
in der Großgruppe statt. Man versucht, Unverstandenes und Unabgeschlossenes
im großen Kreis und mit seiner Hilfe zu bewältigen.
Die Teilnehmer des T-LABs werden es mit der Zeit lernen, mit diesen ambivalenten Selbstbeschreibungen produktiv umzugehen. Dies ist wohlgemerkt ein hochgestecktes Ziel des Trainings, das, wie so vieles in der Kommunikation, paradoxerweise vorausgesetzt werden muss. Um den Umgang mit diesen Schwierigkeiten zu erleichtern und als eine universell anwendbare Möglichkeit der Bearbeitung von Interaktionskrisen im Seminar werden von Anfang an die Instrumente des 'Blitzlichts' und des 'Feedbacks' eingeführt: Jeder Teilnehmer hat die Möglichkeit, in einem kurzen (keinesfalls länger als dreiminütigen) Statement dem Seminar seine Reaktion auf momentane Situationen mitzuteilen. Erwiderungen oder Verteidigungen sind nicht möglich, wohl aber weitere Blitzlichter. Weiterhin hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, von anderen ein kurzes Feedback zu seinem eigenen Verhalten einzuholen. Auch hierbei sind Rückfragen und Erwiderungen ausgeschlossen. 'Blitzlicht' und 'Feedback' ermöglichen also die Thematisierung von gruppendynamischen Prozessen, damit sie der Gruppe und/oder dem einzelnen präsent werden und evtl. zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgegriffen und dann bearbeitet werden können.
Am Ende des Trainings soll über die Arbeitsaufgaben und den Ablauf diskutiert werden. Ziel dieser Phase ist es, den historischen Gruppenprozess zu verstehen und Lehren aus Krisen zu ziehen. |
|||||||||||||||||||