| Mindestens ist es sinnvoll, anorganische, biochemische,
neurophysiologische, psychische und soziale Systeme und Medien sowie deren
Technisierungen zu unterscheiden. Generell stehen aber diese Typologien
noch auf keinem festen Boden. Zumal bei den Medien gibt es sehr viele Klassifikationsschemata,
je nachdem welche Dimensionen in den Vordergrund gestellt werden (Im Prinzip
wäre hier der Ort für eine Diskussion der vielfältigen Medientheorien).
Hinzu kommt natürlich noch, dass, je nachdem ob wir vom Spiegelungskonzept,
dem Informationsverarbeitungsmodell oder dem Vernetzungsmodell ausgehen,
unterschiedliche Typologien der Prozessoren und Medien erforderlich werden.
Wichtig scheint mir zu sein, dass in diesen Typologien nur sehr einfache
Formen als Grundkategorien aufgenommen werden, um dann komplexere Formen
als Integrationsprodukte oder eben Ökosysteme zu verstehen. Diesen Gedanken
sucht man in den meisten traditionellen Medientheorien vergeblich. Dabei
sind Mimik und Gestik, Sprache, Boten, Handschriften und Telegraphie schon
ganz komplexe Mediensysteme oder Netzwerke, die nur durch das Zusammenwirken
biochemischer, neurophysiologischer, mechanischer, sozialer, psychischer
und anderer Faktoren zu erklären sind. Sie zu einem
Medium zu erklären hat sich m. E. als Sackgasse erwiesen. |
| Das Mindeste, was an Komplexität bei informationstheoretischen
Kulturanalysen zu fordern ist, dürfte die Berücksichtigung von Hard- und
Software sein, also von Informationen, die in ganz unterschiedlichen, aber
dennoch aufeinander bezogenen medialen Formen gespeichert sind. Natürlich
lässt sich auch die kulturelle Software feiner differenzieren. |