Der Begriff 'Kultur' hat in der Umgangssprache
vielfältige Bedeutungen. Im ersten Schritt wird die Komplexität
dieses Phänomens dadurch reduziert, dass Kulturen als ökologische
Netzwerke und Systeme betrachtet werden. Das Zusammenwirken artverschiedener
Elemente und Prozesse tritt damit in den Vordergrund. Im zweiten Schritt
werden die ökologischen Systeme in die drei Parameter der kommunikativen
Welt eingeordnet. Sie erscheinen dann als dreidimensionale -ökologische-
Kommunikationssysteme/ Netzwerke und zwar als:
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Komplexe selbstbeschreibende informationsverarbeitende
Systeme, die Informationen massiv parallel verarbeiten und sich funktional
in unterschiedliche Typen von Sensoren, Speicher, Reflektoren u. a. differenzieren.
epistemologischer
Parameter; informationstheoretischer Ansatz |
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Inhomogene Netzwerke unterschiedlicher Typen
von Kommunikatoren/Relais, die sich mal so, mal anders verschalten und dabei
Aktivitätszentren und Peripherien schaffen (Makrorechner).
topologischer
(struktureller) Parameter; Vernetzungsansatz |
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Spiegelkabinett von Medien auf gleichem und
unterschiedlichem Emergenzniveau, die durch Katalysatoren miteinander in
Resonanz gebracht werden (Hologramm).
ontologischer
Parameter; Spiegelungs- und Koevolutionsansatz |
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| Die drei Perspektiven ergänzen und korrigieren
sich wechselseitig. |
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Sie bauen zirkulär aufeinander auf.
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Integration
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Auch bei der Beschreibung kultureller Phänomene
gibt es keinen Metastandpunkt jenseits der drei Parameter. Das endlos verknotete
Band der kulturellen Prozesse kann entweder aus informationstheoretischer,
aus netzwerktheoretischer oder ontologischer Perspektive verfolgt werden.
Aus informationstheoretischer Sicht sind Kulturen
selbstbeschreibend und selbstreflexiv |
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| Aus netzwerktheoretischer
Sicht erscheinen sie als multimediale Systeme. |
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Aus ontologischer
Sicht fällt auf, dass Kulturen in jeder Hinsicht aus unterschiedlichen Typen
von Phänomenen aufgebaut sind, dass sie auf verschiedenen Niveaus emergieren:
Synästhetisch, multimedial, parallelverarbeitend. Zugleich spiegeln sich
die Elemente ineinander (Hologramm, Mikrokosmos
Makrokosmos). |
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| Wenn man die Tatsache betonen will, dass Kulturen
in mikro- und makroskopischer Sicht aus dem Zusammenspiel artverschiedener
Systeme entstehen, kann man sie als Ökosysteme bezeichnen. Das globale
ökologische Netzwerk setzt sich aus vielen Kulturen zusammen. |
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| Der Ausgangspunkt bei der Beschreibung von
Kulturen ist der Mensch selbst - in der einen oder anderen Rolle, auf dem
einen oder anderen Emergenzniveau. |
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Als Netzwerke artverschiedener Medien und Kommunikatoren,
deren Dynamik durch Oszillation bestimmt ist, lassen sich nicht nur die
Kulturen, sondern auch deren Elemente und vor allem der Mensch selbst begreifen.
Menschen und Gespräche sind selbst schon multimediale kommunikative und
informationsverarbeitende Ökosysteme, die viele Arten von Medien und Prozessoren
nutzen.
Vgl. a. in Modul 02: Ökologie den Fließtext 'Der Mensch als informationsverarbeitendes
Ökosystem'. |
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