|
Sowohl die Nahrungsaufnahme und -verarbeitung (primärer
Stoffwechsel) als auch die Photosynthese lassen sich als Informationsfluß
begreifen. Nur wenn wir dies tun, verstehen wir, warum wir aus den Pflanzen
auch auf die Bodenqualität (z. B. die Ph-Werte) und auf das Klima
an den Orten schließen können, an denen diese Pflanzen wachsen.
Auch wenn wir sie ausgegraben haben und isoliert vor uns sehen, "zeigen"
sie uns ihre Herkunft, geben uns also Informationen über ihren Standort,
dienen uns also als Informationsmedium über ihre Umwelt. Dies geht
nur, wenn sie Informationen aus dieser Umwelt gespeichert haben (Gedächtnis
der Pflanzen). Um die verschiedenen Informationstypen zu speichern, muß
die Pflanze entsprechende Sensoren ausbilden und nutzen. Sie braucht Informationen
natürlich auch um ihr eigenes Wachstum zu steuern. Dabei nutzt sie
Pflanzenhormone, die ganz ähnliche biochemische Reaktionen hervorrufen
können, wie die - viel besser bekannten - tierischen Hormone. Mindestens
8 Pflanzenhormone werden mittlerweile in der Pflanzenphysiologie unterschieden.
Molekularbiologische Untersuchungen zeigen, daß auch bei Pflanzen
sensorische Vorgänge ablaufen, die ohne weiteres in der Empfindlichkeit
an tierische Sensorik heranreichen'.[1]
Und natürlich setzen die Signalstoffe bei Pflanzen
wie bei Tieren komplexe Reaktionsketten, Signaltransduktionen, in Gang.
Hier liegt ein wichtiges und expansives Forschungsfeld.
Ich werde einige Leistungen pflanzlicher Informationsverarbeitung am Beispiel
der Gedächtnisfunktionen veranschaulichen.
Das Gedächtnis der Pflanzen
Entsprechend ihres komplexen multimedialen Aufbaus
verfügen Pflanzen über verschiedene Speichermedien:
|