Jede Beschreibung von Kulturen, verstanden als ökologische
Netzwerke, ist selektiv, wertend und paradox. Zwar zielt sie auf eine möglichst
komplexe Erfassung des Beziehungsgefüges, aber je genauer sie verfährt,
desto stärker zerreißt sie Zusammenhänge, bildet Systeme.
Insbesondere kommt keine Kulturbeschreibung umhin, bestimmte Faktoren und
Faktorenbündel zum Ausgangspunkt der Betrachtung bzw. als Katalysator der
Systembildung zu nehmen. Diese Faktoren werden dann meist zur genaueren
Spezifizierung der Kulturen genutzt:
|
|

|
menschliche Kultur
|
|

|
Buchkultur
|
|

|
Erdbeerkultur
|
|

|
Hydrokultur
|
|
|
Das nicht deskriptiv zu erreichende Ganze, der Makrokosmos mit seinen unendlichen
Spiegelungen, die endlosen multimedialen Netzwerke und Makrorechner
kann man mit dem Singular: die Kultur
bzw. das ökologische Netzwerk bezeichnen.
Wenn nicht anders vermerkt, ist mit der Rede von den 'Kulturen' immer jenes
ökologische Netzwerk gemeint, das den Menschen hervorgebracht hat, diesen
erhält und von ihm erhalten wird. Diese menschlichen Kulturen kann
der Mensch wahrnehmen und mitgestalten. Da wir als Menschen ebenfalls außerordentlich
komplexe Ökosysteme sind, können wir viele Ausschnitte der globalen Kultur
wahrnehmen und beeinflussen.
Die Rede von der menschlichen Kultur meint vor diesem Hintergrund, dass
wir zwischen verschiedenen Standpunkten, Emergenzniveaus, Sinnesorganen
und Perspektiven bei der Beschreibung wechseln. Ihre Modellierung erweist
sich als Ergebnis komplexer Oszillationsvorgänge. |
| |
|

|